Auszugshaus

Auftraggeber: privat
Status: in Bearbeitung
Jahr: 2018

Ein Wirtschaftsgebäude aus dem Jahr 1798, das seit Jahren ungenutzt ist, wird zu einem Refugium fürs Wochenende. Der ehemalige Schweinestall soll das bieten, was dem Alltag in der Stadt fehlt: einfach rausgehen und auf der Wiese stehen, der Blick auf den Obstgarten, Ruhe und Zurückgezogenheit.

Oberste Entwurfsprämisse ist der Gedanke, dass der Raum als Ganzes spürbar bleiben muss, auch wenn die Nutzung nach mehreren getrennten Bereichen verlangt. Bad und Küche werden zu einem kompakten Kern zusammengefasst, der wie ein Möbel in der Mitte des Raumes steht und den Puffer bildet zwischen dem Wohnbereich und dem Schlafbereich. Jegliche Berührung mit dem Bestand wird vermieden – der neue Kern rückt vom Bestand ab und fügt sich in die Gewölbesituation ein, ohne mit dieser eine Verbindung einzugehen. Streng orthogonal und mit glatter Oberfläche bildet er den Kontrapunkt zur gekrümmten, rauhen Oberfläche des Gewölbes.

Der Kern ist zur Hälfte verglast und schafft damit Durchblicke bis ans andere Ende des Raumes. Vor den Glasflächen sind Vorhänge angeordnet, die mit einfachsten Mitteln unterschiedliche Szenarien ermöglichen: so kann der Kern optisch vom Wohnbereich abgetrennt und Teil des Schlafbereichs werden, komplett geschlossen ein intimes Bad ermöglichen oder komplett offen den Kern in den Hintergrund treten lassen.

Wesentlichste bauliche Intervention ist das Öffnen der bis dato geschlossenen Stirnseite des Gebäudes. Dem Gewölbe folgend entstehen so zwei große Fensteröffnungen, die Licht in die Tiefe des Raumes bringen und gleichzeitig den Blick auf den alten Nussbaum lenken. Die vorgelagerte Terrasse zieht den Bodenbelag vom Inneren nach außen weiter und schafft so einen fließenden Übergang zwischen außen und innen.

 

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